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Konsumtrends

Konsummuster nach Altersgruppen: von Kindern bis 24 Jahren

Konsumgewohnheiten hängen von Entwicklungsphase und persönlichem Umfeld ab, nicht vom Geburtsjahr.

Weshalb sich der Blick nach Altersgruppen lohnt

Konsumgewohnheiten hängen von Entwicklungsphase und persönlichem Umfeld ab, nicht vom Geburtsjahr. Urs Kiener, Kinder- und Jugendpsychologe bei Pro Juventute, sagt: Ein fünfjähriges Mädchen verlangt nie nach einer Marke. Der Vergleich mit Gleichaltrigen wird mit sechs oder sieben Jahren sehr wichtig.

Ein Altersgruppenvergleich ordnet ein, was in einer Phase vom Kind selbst ausgeht und was von aussen getragen wird. Bei Kleinkindern richtet sich das Markeninteresse laut Kiener eher an markenbewusste Eltern als an das Kind.

Wer Konsummuster beurteilt, muss Erwerbseinkommen, Haushaltsform und Bezugsgruppe mitdenken. Derselbe Wunsch nach Zugehörigkeit führt je nach Budget zu einem anderen Kauf.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) unterscheidet Vorschulpflichtige von 0 bis 3 Jahren, Schulpflichtige von 4 bis 15 Jahren, Jugendliche von 16 bis 19 Jahren und junge Erwachsene von 20 bis 24 Jahren (bfs.admin.ch). Auf diesen Altersklassen baut auch die Haushaltsstatistik auf (bfs.admin.ch).

Kleinkinder: Konsum ohne Markenbezug

Kleinkinder hinterfragen sich laut Kiener nicht selbst, nörgeln nicht an sich herum und zweifeln nicht an ihrem Selbstwert. Markenprodukte zur Selbstdarstellung oder als Ausdruck von Zugehörigkeit sind ihnen keinen Wert.

Dennoch existiert ein Markt für Kleinkindmode; Modelabels richten sich auf diese Altersgruppe aus. Zielgruppe ist laut Kiener eher das markenbewusste Elternteil, nicht das Kleinkind.

Schulkinder: Taschengeld und Vergleich mit Gleichaltrigen

Der Vergleich mit Freundinnen und Freunden wird ab dem sechsten oder siebten Lebensjahr sehr wichtig. Hat die beste Freundin plötzlich neue, teure Schuhe, will der eigene Nachwuchs das auch – und zwar sofort.

Ein günstiges oder vergleichbares Produkt reicht dann nicht: Es muss genau das sein, das die Freundin oder der Freund auch hat. In diesem Alter nimmt das Konzept von Geld und Besitz Form an.

Bei Labels und Marken geht es laut Kiener um viel mehr als nur um Besitz (concordia.ch). Menschen sehnen sich nach Zugehörigkeit und letztendlich auch nach Liebe, und Kinder und Jugendliche knüpfen die Zuneigung ihrer Freunde an namhafte und teure Marken (concordia.ch).

Taschengeld beginnt meist mit dem Schuleintritt, also mit etwa sechs Jahren (postfinance.ch). Eine Studie im Auftrag der Credit Suisse mit rund 7'200 befragten Eltern von Kindern zwischen 5 und 14 Jahren zeigt: Bei den 5- bis 7-Jährigen erhalten 43 Prozent der Jungen, aber nur 28 Prozent der Mädchen Taschengeld (de.statista.com). Mit dem Alter steigt der Betrag von 5 Franken pro Monat bei Fünf-Jährigen auf 48 Franken bei 14-Jährigen (de.statista.com).

Jugendliche: Ausprobieren, Peergroup und Substanzkonsum

Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) konsumiert die Mehrheit der Jugendlichen unter 16 Jahren keine Substanzen. Bei Konsumentscheidungen spielt das persönliche Umfeld – Familie und Freunde – eine wichtige Rolle.

Je früher der Konsum beginnt, desto höher ist das individuelle Risiko für problematische Konsummuster und gesundheitlichen Schaden. Jugendschutzbestimmungen schützen Jugendliche unter 16 oder 18 Jahren vor dem Kauf von Alkohol und Tabakprodukten.

Der Gesetzesentwurf zum Cannabisgesetz (CanPG) regelt Betäubungsmittel des Wirkungstyps Tetrahydrocannabinol (THC) nach dem Betäubungsmittelgesetz (bag.admin.ch). SSV und SKBS merken an, dass die meisten Erwachsenen im Jugendalter in den Konsum einsteigen und der erste Konsum durchschnittlich mit 15 Jahren stattfindet (bag.admin.ch).

Körper und insbesondere Gehirn von Kindern und Jugendlichen entwickeln sich noch. Sie reagieren empfindlich auf Alkohol, Tabak, Cannabis und andere Substanzen und können die Folgen ihrer Entscheidungen nicht immer gut einschätzen.

Kinder und Jugendliche sollen ihrem Alter entsprechend für den Umgang mit Alkohol, Tabak und Cannabis sensibilisiert werden. So treffen sie altersgemässe Entscheide, möglichst unabhängig vom Druck Gleichaltriger.

Offene Diskussionen über Substanzen, die Konsummuster Erwachsener und die Stärkung der gesunden psychischen Entwicklung können Kindern später helfen, eine überlegte Entscheidung zu treffen. Kinder aus suchtbelasteten Familien sind ohne spezifische Hilfestellungen stark gefährdet, selbst ein problematisches Konsumverhalten zu entwickeln.

Jugendliche, denen es schwerfällt, mit einer erwachsenen Bezugsperson über ihre Sorgen zu sprechen, zeigen häufiger verbreitete Konsummuster. Bei Verdacht auf problematischen Konsum können Fachpersonen helfen, etwa über die Online-Plattform SafeZone.

Für viele Kinder und Jugendliche gehören die angesagten Markenschuhe und das neuste Handy dazu; wer sie nicht hat, gehört nicht dazu (concordia.ch).

Eltern als Vorbild: Markendruck und Jugendlohn

Eltern sind Vorbilder, ob sie es wissen oder nicht. Kiener zitiert Karl Valentin: «Kinder kann man nicht erziehen. Die schauen uns eh alles ab.»

Ein Kind imitiert seine Eltern, schaut sich Verhaltensweisen ab und findet vieles gut, was die Eltern tun. So wird der Hang zum Markenprodukt weitergegeben – oder die Neigung, im Ausverkauf Schnäppchen nachzujagen.

Ab etwa zwölf Jahren bietet sich an, schrittweise den Jugendlohn einzuführen. Innerhalb dieser Spielregeln bestimmen Kinder und Jugendliche selbst, wofür sie ihr Geld ausgeben (postfinance.ch).

Kiener empfiehlt, dem Kind einen Lebensstil vorzuleben, den es sich später auch leisten kann. Erwachsene sollten früh überlegen, was sie vorleben wollen, weil ihr Verhalten die Kinder beeinflusst.

Die Schweizer Taschengeld-Studie 2025 von PostFinance zeigt, dass Eltern in der Schweiz grossen Wert auf Finanzerziehung legen (postfinance.ch). Empfohlen werden 3 Franken pro Woche für Sechsjährige und 80 bis 110 Franken pro Monat für Jugendliche ab 15 Jahren (postfinance.ch). Gesetzlich sind Eltern nicht verpflichtet, Taschengeld zu bezahlen (postfinance.ch).

Junge Erwachsene: höchste Konsumprävalenz, klare Jugendschutzregeln

Junge Erwachsene zeigen die höchste Konsumprävalenz aller Altersstufen (bag.admin.ch). Gleichzeitig beginnen schwere psychische Erkrankungen typischerweise im jungen Erwachsenenalter (bag.admin.ch).

Der Gesetzesentwurf zum Cannabisgesetz (CanPG) enthält klare Regeln zum Jugendschutz (bag.admin.ch). Der Kanton Basel-Stadt begrüsst den legalisierten Zugang zum Cannabismarkt für Erwachsene, ohne dass der Konsum gefördert wird (bag.admin.ch).

Mehrere Kantone und Organisationen verlangen in der Vernehmlassung, Abgabe, Weitergabe und Konsum an bestimmten Orten wie Spielplätzen, Schulen und Berufsschulen zu verbieten (bag.admin.ch). Die Expertenorganisationen EKKJ und DOJ regen eine Absenkung der Altersgrenze auf 16 Jahre an, damit sich Jugendliche nicht auf dem illegalen Markt versorgen (bag.admin.ch).

EVP, EDU und BKS verlangen, das Rauchen von Cannabis im öffentlichen Raum sowie vor Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen direkt im Entwurf zu verbieten (bag.admin.ch). Die EKSN begrüsst, dass die Massnahmen zum Jugendschutz und zur Prävention deutlich über die bestehenden Regulierungen von Alkohol und Tabak hinausgehen (bag.admin.ch).

Konsummuster im Vergleich: Zugehörigkeit, Budget und Risiken

In mehreren Altersgruppen dreht sich Konsum um Zugehörigkeit: Bei Labels und Marken geht es um viel mehr als nur um Besitz (concordia.ch). Für Eltern wird damit der Umgang mit Markendruck zum Thema (concordia.ch).

Die Mittel unterscheiden sich deutlich: Bei Kleinkindern entscheiden die Eltern, mit sechs oder sieben Jahren setzt der Vergleich mit Gleichaltrigen ein, und das Taschengeld steigt bis zum 14. Altersjahr auf 48 Franken pro Monat (de.statista.com).

Alter allein erklärt wenig. Für die Einordnung zählen das verfügbare Budget, das persönliche Umfeld und die Entwicklungsphase, bei Jugendlichen zusätzlich der Umgang mit Substanzen.

Auch die Risiken sind ungleich verteilt: Früher Substanzkonsum erhöht das Risiko problematischer Konsummuster. Kinder aus suchtbelasteten Familien sind ohne spezifische Hilfestellungen stark gefährdet, selbst ein problematisches Konsumverhalten zu entwickeln.

Der Konsum von illegalen Drogen und Tabak sowie der problematische Konsum von Alkohol verursachen in der Schweiz volkswirtschaftliche Kosten von über 20 Milliarden Franken jährlich (aramis.admin.ch). Tabakkonsum, Bluthochdruck und Alkoholkonsum führen die Liste der wichtigsten Risikofaktoren für die Krankheitslast in der Schweiz an (aramis.admin.ch).

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