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Preisbeobachtung

Lebensmittelpreise Schweiz: Vergleich mit Nachbarländern

Der Agrarbericht 2025 stellt die Produzenten- und Konsumentenpreise der Schweiz den Preisen in Deutschland, Frankreich und Österreich gegenüber.

Lebensmittelpreise Schweiz: Vergleich mit den Nachbarländern

Der Agrarbericht 2025 stellt die Produzenten- und Konsumentenpreise der Schweiz den Preisen in Deutschland, Frankreich und Österreich gegenüber. Für 2024 berichtet er, dass die Preise in der Schweiz generell höher lagen. Verglichen werden verschiedene tierische und pflanzliche Produkte, darunter Milch, Eier, Kartoffeln, Milchprodukte sowie Früchte und Gemüse.

Für die Einordnung ist entscheidend, welche Preisstufe verglichen wird: Produzentenpreise beziehen sich auf die Erzeugung, Detailhandelspreise auf den Verkauf an Konsumentinnen und Konsumenten. Die im Agrarbericht genannten Prozentwerte setzen den jeweiligen Preis im Nachbarland ins Verhältnis zum Schweizer Preis; sie sind keine absoluten Beträge in Franken oder Euro.

Bei Tafeläpfeln lagen die Produzentenpreise 2023 in den drei Nachbarländern besonders tief. Der niedrigste Wert wurde in Deutschland erfasst und entsprach 34 Prozent des Schweizer Preises. Dieses Beispiel steht für eine einzelne Produktgruppe und ein bestimmtes Jahr, nicht für alle Lebensmittelpreise.

Produzenten- und Konsumentenpreise für Lebensmittel in der Schweiz im Vergleich zu Nachbarländern (2023–2024)

  • 2024Milch – Produzentenpreis — 63–64 % des Schweizer Preises
  • 2023Tafeläpfel – Produzentenpreis — 34 % des Schweizer Preises (Deutschland)

BIP-Preisniveau Schweiz im EU-Vergleich: kein Lebensmittelindex

2024 lag das Preisniveau der Schweiz auf Stufe des Bruttoinlandprodukts bei 158,8 Indexpunkten; für die Europäische Union mit 27 Ländern betrug der Wert 100. Der Index vergleicht das allgemeine Preisniveau und ist kein lebensmittelspezifischer Preisvergleich (Bundesamt für Statistik).

Auch die Nachbarländerwerte beziehen sich auf das allgemeine BIP-Preisniveau: Österreich lag 2024 bei 113,3 Indexpunkten, Deutschland bei 111,7 und Frankreich bei 108,6. Italien erreichte 95,6 Punkte und lag damit unter dem EU-Durchschnitt von 100 (Bundesamt für Statistik).

Beim allgemeinen Preisniveau blieb der Schweizer Index über die Jahre ähnlich: 2023 lag er bei 158,4 Punkten, 2020 bei 159,3. Die Kaufkraftparität betrug 2024 1,51 Franken pro Euro; diese Kennzahl ist ebenfalls kein Lebensmittelpreisindex (Bundesamt für Statistik).

Der BIP-Gesamtindex sagt nichts über einzelne Lebensmittel aus. Die Abstände zur EU unterscheiden sich je nach Bereich stark: 2024 lag das Bildungswesen bei 259,5 Indexpunkten, Wohnung, Wasser und Strom bei 215,4 und das Gesundheitswesen bei 209,7. Software erreichte 121,2, Maschinen und Geräte 124,4 sowie Verkehr 128,9 Punkte (Bundesamt für Statistik).

Vorteile und Grenzen des allgemeinen Preisniveaus im Vergleich zur Lebensmittelpreisanalyse

  • Vorteile des BIP-PreisniveausGibt Kontext zum allgemeinen Wirtschaftsniveau; vergleichbar über lange Zeiträume; nutzbar für internationale Kostensysteme
  • Grenzen des BIP-PreisniveausKein lebensmittelspezifischer Index; berücksichtigt nicht einzelne Produktgruppen; unterschätzt regionale Unterschiede in der Ernährungskostenstruktur

Produzentenpreise für Milch, Eier, Kartoffeln und Obst

Bei den Produzentenpreisen für Milch lagen die Werte in den drei Nachbarländern 2024 bei 63 bis 64 Prozent des Schweizer Preises. Für Eier nennt der Agrarbericht 2024 für 2023 eine Spanne von 69 bis 74 Prozent. In den drei EU-Ländern waren die Preise für Milch und Eier untereinander relativ homogen.

Bei den Produzentenpreisen für Kartoffeln lagen die Werte in den drei Nachbarländern 2024 je nach Sorte zwischen 36 und 66 Prozent des Schweizer Preises. Die Spanne zeigt, dass selbst innerhalb einer Produktgruppe Sorte und Land für den Vergleich eine Rolle spielen.

Zum zeitlichen Vergleich: Für die meisten Kartoffelsorten erreichten die Produzentenpreise in den Nachbarländern 2023 36 bis 81 Prozent des Schweizer Preisniveaus. Diese Angabe bezieht sich auf ein anderes Jahr als die Spanne für 2024 und sollte deshalb nicht mit einem einzelnen Produktpreis verwechselt werden.

Der Schweizer Produzentenpreis für Milch stieg 2025 um 1,7 Prozent auf 76,33 Rappen pro Kilogramm. Konventionelle Käsereimilch legte um 2,3 Prozent auf 83,39 Rappen pro Kilogramm zu; konventionelle Milch erreichte 74,90 Rappen pro Kilogramm (BLW).

Die Milchmenge nahm 2025 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent zu. Das BLW führt den Aufwärtstrend beim Produzentenpreis auch auf die positive Entwicklung des Richtpreises zurück. Produktionsmethode und Art der Milchverwertung beeinflussen den Produzentenpreis ebenfalls stark (BLW).

Entwicklung der Schweizer Milchproduzentenpreise (2023–2025)

  • Milchproduzentenpreis — 75,05 Rappen/kg2023
  • Milchproduzentenpreis — 76,33 Rappen/kg (+1,7 %)2025
  • Konventionelle Käsereimilch — 83,39 Rappen/kg (+2,3 %)2025
  • Konventionelle Milch — 74,90 Rappen/kg2025

Konsumentenpreise für Milchprodukte, Gemüse, Kartoffeln und Käse

Bei den Detailhandelspreisen für Milch und Milchprodukte lagen die Werte in den drei Nachbarländern 2023 zwischen 33 und 87 Prozent des Schweizer Preisniveaus. Für die meisten Gemüsesorten betrug die Spanne 53 bis 92 Prozent (Agrarbericht 2024).

Für mehligkochende Kartoffeln lag der Detailhandelspreis 2023 in Deutschland bei 59 Prozent und in Österreich bei 91 Prozent des Schweizer Preises. Die beiden Vergleichswerte zeigen, wie unterschiedlich die Preise für dasselbe Produkt in den Nachbarländern ausfallen können (Agrarbericht 2024).

Bei Butter betrugen die Detailhandelspreise 2023 in den Nachbarländern 33 bis 54 Prozent des Schweizer Preises. Bei Emmentaler waren die Preisunterschiede in Frankreich und Deutschland besonders gross: Die Preise entsprachen 48 beziehungsweise 49 Prozent des Schweizer Preises. Der Agrarbericht 2024 hält zudem fest, dass die meisten untersuchten Produkte in Deutschland am günstigsten waren.

Preisabstände nach Produkt und Preisstufe einordnen

Die Prozentwerte sind Verhältnisangaben: Ein Wert von 41 Prozent bedeutet, dass der ausgewiesene Detailhandelspreis 41 Prozent des Schweizer Preisniveaus beträgt. So lassen sich Preisabstände innerhalb einer Produktgruppe einordnen, ohne sie mit dem allgemeinen BIP-Preisniveau zu vermischen.

Bei Milch lagen die Produzentenpreise in den drei Nachbarländern 2024 bei 63 bis 64 Prozent des Schweizer Preises, während die Detailhandelspreise für Milch und Milchprodukte 2023 eine Spanne von 33 bis 87 Prozent aufwiesen.

Für Milch und Eier beschreibt der Agrarbericht die Preise in den drei EU-Ländern als relativ homogen. Bei anderen Gruppen, darunter Gemüse und Kartoffeln, fallen die ausgewiesenen Spannen breiter aus. Ein Wert für eine Produktgruppe lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf eine andere übertragen.

Auch einzelne Produkte innerhalb einer Gruppe können deutlich abweichen. Bei Emmentaler entsprachen die Detailhandelspreise 2023 in Frankreich 48 Prozent und in Deutschland 49 Prozent des Schweizer Preises; bei Butter lag die Spanne in den Nachbarländern bei 33 bis 54 Prozent.

Lebensmittelpreise im Zeitvergleich: 2023 und 2024

Die Berichte beziehen sich auf verschiedene Jahre und weisen die Preisabstände jeweils relativ zum Schweizer Preis aus. Für Milch und Milchprodukte lag die Detailhandelspreisspanne 2023 bei 33 bis 87 Prozent des Schweizer Preises.

Auch bei Gemüse beziehen sich die Angaben auf unterschiedliche Berichtsjahre: 2023 lagen die Preise für die meisten Gemüsesorten in den Nachbarländern bei 53 bis 92 Prozent des Schweizer Preises. Die Werte beziehen sich auf Konsumentenpreise im Verhältnis zu den Schweizer Preisen.

Bei den Produzentenpreisen für die meisten Kartoffelsorten betrug die Spanne 2023 in den Nachbarländern 36 bis 81 Prozent des Schweizer Preisniveaus. Für 2024 lag sie je nach Sorte und Land zwischen 36 und 66 Prozent. Beide Werte beziehen sich auf Produzentenpreise, nicht auf Preise im Detailhandel.

Für einen belastbaren Vergleich müssen deshalb Produktgruppe, Preisstufe und Jahr zusammenpassen. Die Angaben zu Kartoffeln bei der Produktion lassen sich nicht mit Detailhandelspreisen für Gemüse gleichsetzen; Prozentwerte zum Schweizer Preis wiederum sind keine konkreten Beträge in Franken oder Euro.

Was der Vergleich der Lebensmittelpreise zeigt

Die Agrarberichte zeigen für 2024 generell höhere Produzenten- und Konsumentenpreise in der Schweiz als in Deutschland, Frankreich und Österreich. Die einzelnen Abstände unterscheiden sich aber je nach Produkt und Preisstufe, wie die Vergleiche bei Milch, Kartoffeln, Gemüse und Käse zeigen.

Das allgemeine BIP-Preisniveau von 158,8 Indexpunkten und die Kaufkraftparität von 1,51 Franken pro Euro liefern Kontext zum Schweizer Preisniveau, aber keinen Lebensmittelpreisvergleich. Für Lebensmittel sind die produktbezogenen Vergleiche mit den drei Nachbarländern aussagekräftiger.

Wer Preise einordnet, sollte deshalb die Produzentenpreise des BLW getrennt von den Detailhandelspreisen betrachten. Der Preisniveauindex des Bundesamts für Statistik ergänzt diese Vergleiche um das allgemeine Kostenniveau, ersetzt aber keine lebensmittelspezifischen Werte.

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