
Konsumtrends
Konsumausgaben im Schnitt, Einkommen nach Einkommensklassen
Grundlage ist die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS). Sie weist die detaillierten Ausgaben der Privathaushalte in der Schweiz aus.
Wie das BFS Einkommen und Konsumausgaben erhebt
Grundlage ist die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS). Sie weist die detaillierten Ausgaben der Privathaushalte in der Schweiz aus. Die neusten Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2023 und wurden im November 2025 veröffentlicht.
Das Bruttoeinkommen umfasst alle Einnahmen eines Haushalts, einschliesslich der Einkommen sämtlicher Mitglieder. Nach Abzug der obligatorischen Ausgaben bleibt das verfügbare Einkommen; 2023 lag es bei durchschnittlich 7186 Franken pro Monat.
Konsumausgaben und Sparen zusammen ergeben das verfügbare Einkommen: Was ein Haushalt nicht konsumiert, kann er sparen.
Konsumausgaben sind Ausgaben für Güter und Dienstleistungen. Als obligatorisch gelten Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Krankenkassenprämien und Transfers an andere Haushalte.
Alle Werte sind Durchschnitte pro Haushalt, nicht pro Person. 2023 zählte ein Haushalt im Durchschnitt 2,07 Personen, 2022 deren 2,08. Wer die Zahlen auf die eigene Situation bezieht, muss die Haushaltsgrösse mitdenken.
Woher das Haushaltseinkommen stammt
Erwerbseinkommen machten 2023 mit durchschnittlich 73,6% des Bruttoeinkommens die wichtigste Einkommensquelle aus. Renten und Sozialleistungen trugen 20,8% bei, Vermögenserträge 4,5%, Überweisungen von anderen Privathaushalten 1,1%.
Zum Haushaltseinkommen zählen monatlich ausbezahlte Löhne und Zulagen ebenso wie jährliche Zahlungen wie der 13. Monatslohn. Dazu kommen erhaltene Renten, Sozialleistungen, Überweisungen anderer Haushalte sowie Vermögenserträge wie Zinsen und Dividenden.
Vermögenserträge fallen bei den meisten Haushalten kaum ins Gewicht: Nur jeder siebte Haushalt erzielte damit mehr als 4,5% des Bruttoeinkommens.
Obligatorische Ausgaben: was vor dem Konsum abgeht
2023 betrugen die obligatorischen Ausgaben durchschnittlich 3154 Franken pro Monat, 30,5% des Bruttoeinkommens. Grösster Posten waren die Steuern mit 1245 Franken pro Monat bzw. 12,0% des Bruttoeinkommens.
Dazu kamen Sozialversicherungsbeiträge wie AHV- und Pensionskassenbeiträge mit 10,3% des Bruttoeinkommens, die obligatorischen Krankenkassenprämien mit 6,7% und monetäre Transfers an andere Haushalte mit 1,5%.
2022 lagen die obligatorischen Ausgaben bei 3025 Franken pro Monat, ebenfalls 30,5% des Bruttoeinkommens. Für frühere Jahre weist eine ältere SRF-Auswertung 2751 Franken pro Monat für Steuern, AHV/IV und Krankenkassen aus.
Von 2022 auf 2023 blieb der Anteil unverändert, obwohl der Betrag um rund 130 Franken stieg – die Einkommen legten im gleichen Zeitraum zu.
Einkommen nach Einkommensklassen: die Spanne hinter dem Mittelwert
Der Durchschnitt von 7186 Franken ist nur ein Mittelwert. 2023 lag bei rund 61% aller Haushalte das verfügbare Einkommen unter dem schweizerischen Mittelwert.
Innerhalb desselben Haushaltstyps sind die Unterschiede gross: Das oberste Fünftel der Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren verfügte über 8028 Franken pro Monat, das unterste Fünftel über 1706 Franken.
Auch zwischen den Haushaltstypen klaffen die Werte auseinander. Paare mit Kindern wiesen 2020 bis 2021 im Mittel 9921 Franken verfügbares Haushaltseinkommen pro Monat aus, Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren 3381 Franken.
Durchschnitt und Median sind zwei verschiedene Masse. Der Durchschnitt teilt die Summe aller Einkommen durch die Zahl der Haushalte und reagiert stark auf sehr hohe Werte; der Median halbiert die Werte, Ausreisser nach oben und unten fallen weniger ins Gewicht.
Eine zweite Perspektive auf die Verteilung bietet die Mietbelastung nach Einkommensklassen. Nach Zahlen des Bundesamts für Wohnungswesen gaben Haushalte mit weniger als 4000 Franken Einkommen pro Monat 2022 38 Prozent des Bruttoeinkommens für die Miete aus, 2006 waren es 33 Prozent (saldo.ch).
Der Bund vergleicht dabei das Bruttoeinkommen mit der Nettomiete. Bei Einkommen über 12'000 Franken im Monat blieb die Mietbelastung seit 2006 stabil bei etwa 13 Prozent. Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass die ärmsten 20 Prozent der Haushalte 2021 die Hälfte des verfügbaren Einkommens für die Nettomiete ausgaben (saldo.ch).
Wohnen, Mobilität, Ernährung: Konsumausgaben im Durchschnitt
Für Konsumausgaben verwendeten die Haushalte 2023 durchschnittlich 5049 Franken pro Monat, 48,8% des Bruttoeinkommens. 2022 waren es 4949 Franken; die Konsumausgaben sind damit leicht gestiegen.
Im Durchschnitt schlugen die Wohnkosten mit 1098 Franken pro Monat zu Buche, dazu kamen 378 Franken für Nebenkosten wie Energie und Reparaturen.
Für den Verkehr gaben die Haushalte 770 Franken pro Monat aus, davon 596 Franken für private Personenfahrzeuge und 122 Franken für Bahn, Bus und Tram.
Der Verkehr machte rund 14,5% der Konsumausgaben aus, im europäischen Vergleich ein hoher Wert. Als mögliche Gründe nennt die Konjunkturforscherin Pauliina Sandqvist von der ETH Zürich unterschiedliche Präferenzen, den Wohlstand sowie Importzölle, die Privatfahrzeuge in der Schweiz relativ verteuern könnten.
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten 632 Franken pro Monat, rund 6,3% des Einkommens bzw. 10,9% der Konsumausgaben. In vielen Ländern Europas ist dieser Anteil deutlich höher.
Dass reichere Länder anteilsmässig weniger für Essen ausgeben, beschreibt das Engelsche Gesetz. Sandqvist zufolge entspricht die Beobachtung dieser Regel.
Krankenkassenprämien belasten tiefe Einkommen stärker
Die obligatorischen Krankenkassenprämien machten 2023 im Durchschnitt 6,7% des Bruttoeinkommens aus. Der Wert beschreibt den Durchschnittshaushalt, nicht die einzelnen Einkommensklassen.
Zahlen aus früheren Jahren zeigen: Ältere Menschen mit wenig Einkommen werden besonders stark belastet. Weil sie weniger Einkommen aufweisen, trifft sie die Krankenkassenprämie anteilsmässig dreimal so hart wie einen durchschnittlichen Haushalt (srf.ch).
Durchschnittswerte beschönigen damit die Lage einkommensschwacher Haushalte. Wer die eigene Belastung beurteilen will, setzt die Prämie ins Verhältnis zum eigenen verfügbaren Einkommen statt zum Landesmittel.
Belastung durch Krankenkassenprämien nach Einkommenslage
- Pro: Sicherheit durch obligatorische VersicherungAlle Haushalte sind gesetzlich versichert, was soziale Stabilität sichert.
- Con: Anteilsmässig stärkere Belastung für einkommensschwache HaushalteÄltere Menschen mit geringem Einkommen werden anteilsmässig dreimal stärker belastet als der Durchschnittshaushalt.
Budgetplanung: die Posten, die dazugehören
Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind hoch. Eine persönliche Budgetplanung macht die wiederkehrenden Kosten sichtbar und zeigt, wo im Monat Spielraum bleibt.
Für eine Einzelperson gehören dazu typische Monatsposten wie Miete und Nebenkosten, Krankenkassenprämie, Steuern, Nahrungsmittel, Mobilität, Versicherungen, Telekommunikation und Rücklagen. Die tatsächlichen Kosten hängen von Wohnsituation, Krankenkassenkosten und Lebensstil ab.
Ob das eigene Budget im Rahmen liegt, zeigt der Vergleich mit Haushalten ähnlicher Grösse und Altersklasse. Das BFS weist dafür Werte nach Haushaltstyp und nach Einkommensfünfteln aus.


